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Category: solaMoments

Korsika – die Insel, die man riechen kann

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Nicht nur der Duft der Macchia macht Korsika einzigartig

„Ich kann Korsika mit geschlossenen Augen am Geruch erkennen!“ Das soll Napoleon über seine Heimat gesagt haben. Es ist der Geruch der wilden Macchia, den der Kaiser meint und den kein Gast je vergisst. Napoleon, der bekannteste Bürger der Insel, wurde 1769 geboren, just in dem Jahr, in dem Korsika von den Genuesen in französische Herrschaft wechselte. Heute ist die Insel eine Gebietskörperschaft Frankreichs mit großen Autonomierechten. Amtssprache ist Französisch. Aber viele der 350.000 Einwohner verstehen und sprechen Corsu, Korsisch, das zur italienischen Sprachfamilie gehört. Mit seinen regionalen Varianten erlebt das Korsische seit einigen Jahrzehnten wie die korsische Kultur eine Renaissance. Straßenschilder sind auf der Insel oft zweisprachig gehalten.

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Die Hafenstadt Bastia im Nordosten Korsikas

Mehr Aktiv- als Strandurlauber

Korsika ist etwa so groß wie Kreta, aber weitaus dünner besiedelt und weniger vom Tourismus belastet. Ein Vergleich beider Inseln, wobei einige Zahlen Schätzungen sind: Bei 620.000 bis 630.000 Bewohnern empfängt Kreta jährlich weit über 5 Millionen Touristen, darunter 1,2 Millionen Deutsche. Die 350.000 Bewohner Korsikas begrüßen zwei bis drei Millionen Gäste pro Jahr, darunter etwa 200.000 Deutsche. Dabei spielt auf Napoleons Heimatinsel der Pauschaltourismus eine geringere Rolle als auf anderen großen Mittelmeerinseln. Viele Urlauber reisen mit der Fähre an und gestalten ihren Urlaub mit Zelt oder Wohnmobil ziemlich individuell. Auch Motorradfahrer und Mountainbiker haben den Reiz der Insel mit ihren bergigen und kurvigen Straßen längst für sich entdeckt, ebenso Kajakfahrer, Taucher, Kletterer und Wanderer. Die typischen Sonnenanbeter wie an den Sandstränden in anderen Mittelmeer-Destinationen sind hier selten zu finden.

Die ganze raue Schönheit der Insel mit ihren bis zu 2.500 Meter und mehr hohen Bergen erleben Wanderer, die den berühmt-berüchtigten Wanderweg GR 20 absolvieren. Er zählt zu den härtesten Trekkingwegen Europas und führt über 180 Kilometer von Calenzana im Nordwesten quer über die Insel bis Conca im Südosten. Wer das schafft, ist im Durchschnitt zwei Wochen unterwegs und hat durch das ständige Auf und Ab einen Höhenunterschied von 12 Kilometern absolviert.

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Blick auf Calvi

solamento Reiseberater erkundeten Korsika

Bilder einer beeindruckenden Reise

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Ich war für euch vor Ort

Vergleichstest zu Sardinien bestanden

Vom Duft Korsikas schwärmt auch Vanessa Knechtel, solamento-Reiseberaterin aus Düsseldorf. Sie hat kürzlich mit anderen Reiseberaterinnen und Reiseberatern eine Erkundungstour über die Insel absolviert. Dabei hat sie festgestellt, dass Korsika durchaus im Vergleich  zu ihrer Lieblingsinsel mithalten kann – zur benachbarten Insel Sardinien, die sie schon siebenmal besucht hat. Korsika, das ist für sie ein stimmiger Mix aus „Natur und Ruhe, 2.000 Meter hohen Bergen und Traumstränden“. Die Strände sind flach abfallend, das Wasser funkelt türkis. Nicht umsonst, so erzählt sie, verdiene Korsika den Ruf der „europäischen kleinen Schwester der Karibik“. Ebenso wie der Duft ist der Reiseexpertin der Besuch einer Ölfarm in Erinnerung geblieben, die sich auf ein „hundertprozentig naturbelassenes“ Produkt spezialisiert hat. Alles in allem: Die französische Insel wird Vanessa Knechtel ihren Kundinnen und Kunden künftig wärmstens empfehlen – und dies mit breiter Fachkenntnis.

„Mini-Saint-Tropez“ als Tor zum Cap Corse

Die Entfernungen täuschen. Vom nördlichsten Punkt der Insel bis zum südlichen sind es nur 180 Kilometer Luftlinie, das ist die Entfernung von Düsseldorf bis Frankfurt. Weil aber so viele Berge und so viele Kurven die Fahrt ausbremsen, kommen Korsika-Urlauber im Mietwagen schnell auf sechs Stunden. Dann dürfen sie aber noch nicht einmal anhalten, um eine der zum Teil atemberaubenden Sehenswürdigkeiten zu genießen. Das geht schon ganz im Norden mit dem Cap Corse los. Das ist die dünne Inselspitze, die 40 Kilometer ins Meer hinausragt, wild und bergig. An den Berghängen und an der Küste liegen ein paar kleine Dörfer, zum Beispiel Centuri (Langusten-Fischerei), Erbalunga (Künstler) oder Nonza (schwarzer Kiesstrand). Das Küstenörtchen Saint-Florent wird als „Tor zum Cap Corse“ bezeichnet. Es hat noch einen Spitznamen: Wegen des malerischen Jachthafens, der Promenade und der Altstadt wird es auch „Mini-Saint-Tropez“ genannt, ist aber bei weitem nicht so mondän und so überlaufen. Etwa auf gleicher Höhe, aber an der anderen Meeresseite liegt Bastia. Die Stadt mit 50.000 Bewohnern ist wichtigster Hafen für die Italien-Fähren, aber weniger eine Urlaubsstadt für Romantik-Liebende.

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Cap Corse

Baden im „Garten Korsikas“

Dafür ist schon eher Calvi geeignet, ein typisch mediterranes Hafenstädtchen mit Altstadt und Zitadelle aus genuesischer Zeit  (vom 13. Jahrhundert bis 1768). Der Urlaubsort mit seinen nur 5.500 Einwohnern liegt im Nordwesten der Insel, 45 Kilometer westlich von Bastia. Schöne Strände und zahlreiche Ausflugsziele liegen vor der Haustür.  Eines davon ist das 25 Kilometer entfernte Badeörtchen L’Île Rousse, in dem es entspannter zugeht als in Calvi. Die Fahrt dorthin ist eine der schönsten Strecken, die Korsika bietet. Beide Orte liegen in der Balagne, dem „Garten Korsikas“. In der Region, die vom Cap Corse bis zu den Bergen im Herzen der Insel reicht, wachsen Zitrusfrüchte und Mandelbäume, hier finden die Gäste Olivenhaine und Weinberge. Die Mischung ist faszinierend, weil herrliche lange, feine Sandstrände und die Dörfer im Hinterland – Sant‘ Antonio als eines der schönsten in Frankreich – so nahe beieinanderliegen.

Für unternehmungslustige  Korsika-Gäste, die nicht nur baden wollen oder durch hübsche Dörfer und faszinierende Altstädte zu schlendern, gibt es eine (natürlich ungeschriebene) Muss-Liste. Sie wird angeführt von den Calanques de Piana. Das sind die berühmten Granitfelsen an der Westküste zwischen Porto und Piana, 70 Kilometer südlich von Calvi. Sie stehen mit dem Golf von Porto auf der UNESCO-Welterbeliste.  Von den Aussichtspunkten der Küstenstraße D81 aus bieten sie nachmittags oder am frühen Abend einen besonders spektakulären Anblick, wenn sie zu „glühen“ beginnen.

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Die berühmten roten Granitfelsen am Capo Rosso

Auf weißen Klippen gebaut

Ebenfalls auf der UNESCO-Liste steht das Naturreservat Scandola an der Westküste. Es liegt zwischen  Galéria und Porto –  und ist nur mit dem Boot (oder mit langem Fußmarsch) zu erreichen! Der Ausflug lohnt sich: Die extrem wilde Vulkanlandschaft ist sehr beeindruckend. Besucher finden seltene Vogelarten, Delfine, aber kaum Mitmenschen. Auch der Strand Palombaggia im Südosten bei Porto-Vecchio lohnt die Fahrt. Mehre miteinander verbundene Strandabschnitte erstecken sich drei Kilometer entlang der Küste, sodass sich auch in der Hochsaison ruhige Plätzchen finden lassen. Mit seinem weißen Sand, den bis ans Wasser reichenden Pinien und dem türkisfarbenen Wasser zählen Weitgereiste den Strand zu den schönsten in ganz Europa. Last but not least ist Bonifacio an der Südspitze Korsikas ein absolutes Muss.  Wo sonst ist eine so beeindruckende Altstadt zu finden, die direkt über dem Meer auf weißen Kalksteinfelsen thront! Auch der tief ins Land eingeschnittene Naturhafen ist beeindruckend. Mit 187 Stufen führt die Escalier du Roi d’Aragon hinab zum Meer. Sardinien ist nur 11 Kilometer entfernt. Als wären das noch nicht Attraktionen genug, bieten sich auch noch Bootsausflüge zu Meereshöhlen und zu den Lavezzi-Inseln an. Auf dem kleinen Archipel, das unter Naturschutz steht, unbewohnt ist und kaum Infrastruktur bietet, fühlen sich Besucher wie im Paradies.

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Bonifacio

Napoleon ist allgegenwärtig

In seiner Geburtsstadt Ajaccio, der Hauptstadt der Insel, ist Napoleon allgegenwärtig. Geschäfte und vor allem Restaurants werben mit dem Konterfei des größten Sohnes der Stadt. Tafeln informieren über seinen Werdegang. Auf dem Place Foch steht die Statue Napoleons als römischer Feldherr, und von seinem großen Denkmal auf dem Place d’Austerlitz überblickt er die Stadt. Sein Geburtshaus, das Maison Bonaparte, zeigt als Museum Erinnerungsstücke an die Familie Bonaparte. Und da gibt es noch das Musée Foch, ein nach seinem Gründer benanntes Kunstmuseum mit Werken aus der Zeit Napoleons. Kardinal Foch war sein Onkel. Die Stadt mit ihren 70.000 Einwohnern und dem größten Flughafen der Inseln sowie dem Fährverkehr nach Italien ist ein ansprechendes Ziel für ein paar Urlaubstage. Die Promenade, die vielen Palmen und die Strände in Stadtnähe lohnen den Aufenthalt – bis es auf die nie endende Entdeckungsreise über die Insel geht, die so gut riecht.

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Die Napoleon-Statue in Ajaccio
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Die Macchia

Currykraut ist die Krönung

Was Korsika so gut riechen lässt, ist mehr als Pinienduft, wie oft vermutet wird, sondern ein Mix aus intensiven Kräuter- und Harzdüften. Solch duftendes mediterranes Buschland, die Macchia,  wächst auch auf Sardinien oder in der Provence, aber nirgendwo riecht es so stark wie auf der viertgrößte Mittelmeerinsel. Dazu tragen Lavendel bei und Wacholder, Thymian und Rosmarin, Zistrose und Myrte. Die Krönung des Duftcocktails ist die Immortelle, die italienische Strohblume – aus gutem Grund auch Currykraut genannt, denn sie duftet nach Honig und Curry.

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Autor: Horst Schwartz