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Category: solaMoments

Balearen – Vier Inseln, die süchtig machen

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Die Balearen zählen überraschend viele Wiederholer

Beim Blick auf die Weltkarte erscheinen die Balearen als eine Gruppe kleiner Inseln, die sich im westlichen Mittelmeer eng aneinander kuscheln. Doch bei näherem Hinsehen bringen Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera – und einige klitzekleine Inselchen – immerhin 5.000 Quadratkilometer auf die Waage, das ist doppelt so viel Fläche wie das Saarland. Wer mehrere der Inseln besuchen will, reist mit der Fähre oder in einigen Fällen mit dem Flugzeug, Brückenverbindungen gibt es nicht. Beim Inselhopping, das von Reiseveranstaltern erheblich seltener angeboten wird als beispielsweise in Griechenland, offenbart sich schnell, dass die Inseln unterschiedlicher kaum sein können. 

 

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Blick auf die felsige Küstenlandschaft der Bucht Cala Torta

Vier Inseln mit vier Gesichtern

Mallorca, Ziel von 85 bis 90 Prozent der deutschen Balearenurlauber, ist die größte, touristisch am stärksten entwickelte und vielseitigste Insel und lässt kaum einen Urlauberwunsch offen. Sie hat für die extrem vielen Urlauber Berge im Angebot und lange Sandstrände, kleine Buchten und historische Orte, viel Kultur, zahlreiche Wander- und andere Sportmöglichkeiten sowie ein vielfältiges Nachtleben.

Menorca ist nicht nur deutlich kleiner als Mallorca, sondern weniger dicht bebaut und auch ruhiger. Die Insel, UNESCO-Biosphärenreservat, wird von den Gästen, deren Zahl sich seit Jahren in Grenzen hält, für ihre Landschaft und die vielen kleinen, tief eingeschnittenen Buchten (Cales) geliebt.   

Ibiza hat den Ruf als eine der tollsten Partyinseln der Welt. Die großen Clubs mit ihren internationalen DJs sind gefragt und tatsächlich ein wichtiges Markenzeichen. Außerhalb der Partyzentren kann Ibiza ausgesprochen ruhig sein. Sie punktet mit Pinienwäldern, kleinen Dörfern, Buchten, Stränden und ländlichen Regionen. Die Insel zieht deshalb nicht nur Clubgänger an, sondern auch Individualreisenden und Familien.

Die Insel Formentera mit ihren langen, hellen Sandstränden ist mit Abstand die kleinste der vier Hauptinseln. Sie besitzt keinen Flughafen und ist von Ibiza aus mit der Fähre erreichbar. Urlauber schätzen diese Abgeschiedenheit und dass hier das Leben langsamer läuft. Wegen der kurzen Entfernungen sind die meisten mit Fahrrädern oder Mopeds unterwegs.

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Die Festungsstadt Dalt Vila und die Kathedrale von Ibiza

Die Balearen sind Spanien treu

Bei allen Unterschieden haben die Inseln viele Gemeinsamkeiten. Sie liegen 90 bis 200 Kilometer östlich der spanischen Küste und sind eine „autonome Gemeinschaft Spaniens“. Das bedeutet: Die Balearen sind eine weitgehend selbstverwaltete Region mit eigenen politischen Institutionen. Das Parlament der Balearen erlässt regionale Gesetze zu Tourismus, Kultur, Umwelt, Raumordnung und Bildung. Die Hauptstadt ist die größte Stadt der Inselgruppe, Palma de Mallorca. Die Bewohner der Balearen, 1,2 Millionen an der Zahl, sprechen Spanisch und Katalanisch in regionalen Varianten. Sie sind ziemlich staatstreu: Eine ausgeprägte Separationsbewegung existiert nicht.

Die Balearen, allen voran Mallorca, zählen seit Beginn des Pauschaltourismus zu den beliebtesten Zielen nicht nur deutscher Urlauber. Deren Gesamtzahl addiert sich pro Jahr auf 18 bis 19 Millionen. Das bedeutet, dass auf jeden Einwohner pro Jahr 15 Touristinnen und Touristen fallen. Zwei der Gründe dieser Beliebtheit sind die kurzen Entfernungen und damit knappen Flugzeiten von den Herkunftsländern und das Klima. Die Temperaturen sind selbst im Winter so gemäßigt, das schon vor Jahrzehnten das Angebot „Überwintern auf Mallorca“ auf den Markt kam, oft angeboten zu Spottpreisen. Langzeiturlaub auf der Insel ist heute noch ein Triumphangebot vieler Veranstalter. Zudem leben 50 bis 70.000 Deutsche auf der Insel, die sich entweder ganz dort niedergelassen haben oder viele Monate verbringen.

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Türkisfarbenes, kristallklares Wasser an der Küste Menorcas

Mallorca

Mallorca schießt dabei wieder den Vogel ab. Schon allein die Mandelblüte ist eine Reise wert, die zwischen Januar und März weite Teile der Insel weiß-rosa färbt. In Palma lockt das Wahrzeichen der Insel, die gotische Kathedrale Santa Maria de Palma  unmittelbar am Meer – meist nur La Seu (Katalanisch für „Bischofssitz“ ) genannt, viele Tagesbesucher an. Direkt neben La Seu liegt der Königspalast Almudaina. Ursprünglich war er eine maurische Festungsanlage, die nach der christlichen Eroberung  der Insel 1229 zur königlichen Residenz umgebaut wurde. Östlich der Kathedrale liegt das mittelalterliche Herz Palmas: ein Labyrinth enger Gassen, alter Stadtpaläste, Innenhöfe und steinerner Zeugnisse der maurischen und katalanischen Vergangenheit.

Nur einer von 200 Stränden hat schlechten Ruf

Entlang der 550 Kilometer langen Küste der Insel erstrecken sich 200 Strände und Buchten – vom kilometerlangen Sandstrand bis zur kleinen, versteckten Cala. Einer davon, der Ballermann, schürt – zwar weniger als noch vor Jahren, aber immerhin immer noch – das schlechte Image, das der Insel anhaftet, sie aber keineswegs verdient hat. Sogar das Gütesiegel des UNESCO-Welterbe besitzt dagegen die spektakuläre Berglandschaft Serra de Tramuntana, die sich im Nordwesten der Insel über 90 Kilometer entlang der Küste bis zum Cap de Formentor mit seinen dramatischen Feldklippen im äußersten Norden erstreckt. Durch die Tramuntana fährt eine historische Eisenbahn, der Tren de Sóller, auf der Strecke von Palma nach Sóller. Aktive Urlauber – zum Beispiel Radfahrer vom Hobbyfahrer bis zum Profi oder Wanderer – sind auf Mallorca am richtigen Platz. So führt die Ruta de Pedra en Sec, der Fernwanderweg  GR 221, auf historischen Wegen durch die Serra de Tramuntana.

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Die gotische Kathedrale Santa Maria de Palma

Chopins Liebesnest

Selbst in zwei, drei Urlaubern haben Mallorca-Gäste längst noch nicht alle Sehenswürdigkeiten abgegrast. Zu diesen gehören ein paar besonders interessante Ort. Sa Calobra 40 Kilometer nördlich von Sóller beispielsweise, wohin eine atemberaubende Serpentinenstraße führt. Vom Ort ist es zu Fuß nicht weit bis zur tief eingeschnittenen Schlucht Torrent de Pareis. Sie ist drei Kilometer lang, und die Feldwände ragen mehrere hundert Meter in den Himmel. Auch der Ort Dèia, der sich 30 Kilometer von Palma entfernt malerisch an die gebirgige Nordwestküste schmiegt, gehört auf die Must See-Liste. Seit jeher zieht er Literaten und Künstler an. Bekannt wurde er durch den britischen (Historien-)Schriftsteller Robert Graves, der hier von 1929 bis 1985 lebte. Sein Wohnhaus ist heute ein Museum.

Ohne einen derart prominenten Fürsprecher kommt Fornalutx aus, das Kennern als eins der schönsten Dörfer Spaniens gilt. Wie ein steinernes Bilderbuch klebt das Dorf mit engen Gassen, Häusern aus Naturstein und blühenden Innenhöfen an den Hängen der Tramuntana. Nicht weniger romantisch ist das wohl berühmteste Bergdorf der Insel, Valldemossa. Vor allem Musikliebhaber pilgern dorthin: Hier hatte der – schon schwerkranke – Frédéric Chopin im Winter 1838/39 in der Kartause sein Liebesnest mit der Schriftstellerin George Sand. Längst ist das Haus kein (Kartäuser-)Kloster mehr, sondern ein Museum.

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Der Kiesstrand an der Schlucht Torrent de Pareis bei Cala Sa Calobra
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Valldemossa

Menorca – Zu Fuß rund um die Insel

Auf Menorca können sich Wanderer wie im Paradies fühlen: Der Camí de Cavalls („Weg der Pferde“) zieht sich auf 185 Kilometern einmal ganz um Menorca. Der historische Küstenweg erschließt Buchten, Strände und Steilküsten und macht die Insel zu einem Paradies für Wanderer. Badeurlauber finden unvergesslich schöne Badebuchten, zum Beispiel die von Pinien gesäumte Cala Macarella und Cala Macarelleta mit ihrem türkisfarbenem Wasser, die nur zu Fuß erreichbare Naturbucht Cala Mitjana und, besonders beliebt, die kleine CalaTurqueta mit hellem Sand und intensivblauen Wasser. Menorca besitzt gleich zwei Hauptstädte: Die besonders schöne ehemalige Hauptstadt Ciutadella mit engen Gassen in der Altstadt, Adelspalästen und Herrenhäusern sowie der Kathedrale Santa Maria – und die heutige Hauptstadt Mahón, die mit Altstadt, großem Mercado de Pescados (Fischmarkt) und Festung La Mola an einem der größten Naturhäfen liegt, die es auf der Welt gibt. Die Gegend südlich der Stadt besitzt zahlreiche Badeorte und kleine Buchten.

Eine große Überraschung für Feriengäste sind die vielen Bauwerke der Talayotischen Kultur (1. Jahrtausend bis zur römischen Eroberung 123 v.Chr.). Der Name kommt von einem der Monumenttypen, den Talayots, großen Türmen aus gewaltigen Steinblöcken. Das „talayotische Menorca“ gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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Bauwerke der Talayotischen Kultur

Ibiza – Die Hippiezeit lebt weiter

Die Hippies machten in den 1960er-Jahren Ibiza weltberühmt. Sie verliehen der Insel  jenes Image von Freiheit und Unangepasstheit, das bis heute nachwirkt – nicht zuletzt in der lebhaften Partyszene. Auf Märkten mit ihrem Angebot an Kunsthandwerk, Schmuck und Kleidung lebt die Hippiezeit weiter – vor allem auf den „Hippiemärkten“ Las Dalias bei Sant Carles und Punta Arabi bei Es Canar. Dalt Vila, die befestigte Oberstadt der Inselhauptstadt Ibiza-Stadt ist mit die größte Attraktion der Insel. Sie besitzt UNESCO-Welterbestatus. Hinter den mächtigen Mauern verstecken sich enge Gassen, historische Häuser und die Kathedrale Santa Maria de les Neus. Neben Dalt Vila besitzt Ibiza-Stadt einen lebhaften Hafen, unzählige Geschäfte und Restaurants und das Viertel La Marina mit seinen weißen Häusern. Hier tobt abends das Leben. Zu den viel fotografierten Attraktionen auf der Insel gehören das Wahrzeichen Es Vedrà, ein markanter Felsen vor der Südwestküste, zudem die Salinen, Dünen, Pinienwälder und ausgedehnten Strände des Naturparks Ses Salines d‘Eivissa i Formentera und die Tropfsteinhöhle Cova de Can Marçà im Norden. Der ist ruhiger und auch ursprünglicher als der Rest der Insel.

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Der markanter Felsen Es Vedrà

Formentera – Paradies für Fahrradfahrer

Zur Wonne Rad fahrender Urlauber überzieht ein Netz gut ausgeschilderter Routen die Insel Formentera. Sie führen zu den schönsten Stränden, ansprechenden Dörfern und Leuchttürmen, zum Beispiel dem berühmten Leuchtturm am Cap de Barbaria im äußersten Südwesten. Der bekannteste Strand der kleinen Insel ist Ses Illetes, eine schmale Landzunge im Norden mit weißem Sand und flachem, türkisfarbenen Sand. Sie gehört ebenso wie die Salinen, Salzwiesen Dünen und Lagunen zum Naturpark Ses Salines. Noch eine Auswahl der vielen Attraktionen, die Formentera bietet, obwohl die Insel kleiner ist als Sylt: die von rotzen Felsen eingerahmte Bucht Cala Saona im Westen, die traditionellen Bootshäuser in früheren Fischerdorf Es Caló de Sant Agusti, die weiße Wehrkirche Sant Francese Xavier im gleichnamigen Hauptort der Insel, und nicht zuletzt Es Pujols, der wichtigste und lebhafteste Ferienort. Wen wundert’s. dass die Wiederholerquote der Formentara-Urlauber besonders hoch ausfällt…

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Der berühmte Strand Platja de Ses Illetes

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Autor: Horst Schwartz