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Category: solaMoments

Navarra: Mehr als Stierlauf und Jakobsweg

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Die Destination im Norden Spaniens überrascht auf Schritt und Tritt

In nur zwei Flugstunden erreichen Gäste die spanische Region Navarra ganz im Norden des Landes. Dann „tauchen sie in eine Region ein, die sich anfühlt wie ein gut gehütetes Geheimnis.“ Das sagt Sascha Peter Nitsche, Chef der erfolgreichen Reisevertriebsorganisation solamento. Er hat gerade die Region mit einigen seiner Reiseberater bereist und fasst das Erlebte so zusammen: „Navarra ist kein Ort, den man einfach bereist. Es ist ein Ort, den man erlebt. Ob mit dem Mietwagen, dem Bus oder ganz traditionell zu Fuß auf einem der Wege des Jakobswegs – diese Region ist durchzogen von Geschichte, Spiritualität und einer tief verwurzelten Lebensart.“

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Der Felsen Castildetierra in den Bardenas Reales

Eine Region wie ein Juwel

Navarra ist eher ein Juwel im spanischen Tourismus und keine Top-Destination. Die Besucherzahl hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal die Zwei-Millionen-Grenze überschritten. Zum Vergleich: Die flächenmäßig nur ein Drittel so große Insel Mallorca verbucht pro Jahre 13 bis 14 Millionen Ankünfte. Davon kommen 85 Prozent der Gäste aus dem Ausland, in Navarra sind es nur 25 Prozent. Die Navarra-Gäste suchen Natur, Kultur und anheimelnde Städte. Auch der Weintourismus spielt eine große Rolle, Badeurlaub dagegen gar keine: Die Region hat keinen Zugang zum Meer.

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Sascha und solamento-Reiseberater an den schönsten Plätzen Navarras

San Sebastian

Der allerdings ist nicht weit. Bis San Sebastian, der Hauptstadt des benachbarten Baskenlandes mit der berühmten Strandpromenade an der Bucht La Concha sind es nur gut 80 Kilometer. Der Ausflug lohnt sich auch für diejenigen, die nicht baden wollen, denn San Sebastian strotzt vor Sehenswürdigkeiten. Eine Auswahl: der Festungshügel Monte Urgull mit grandiosem Blick über Stadt und Meer, die nostalgische Zahnradbahn Funicular Monte Igueldo zu einem Aussichtspunkt und Vergnügungspark, die drei gigantischen Stahlskulpturen Peine del Viento (Kamm des Windes) von Eduardo Chillida, das San-Telmo-Museum für Baskische Kultur und Geschichte und nicht zuletzt die vielen Pintxos-Bars in den quirligen Altstadtgassen, in denen Häppchen ähnlich den Tapas gereicht werden. Mit gutem Grund gilt San Sebastian als eine der schönsten Städte Spaniens. Die Mehrzahl der Navarra-Gäste hat nichts mit solch einem Badeabstecher im Sinn. Sie sind  Pilger auf dem Jakobsweg. Je nach kleinen Umwegen führen 140 bis 150 Kilometer des insgesamt 780 Kilometer langen Pilgerwegs durch Navarra. Im Schnitt benötigen die Pilger dafür fünf bis sieben Tage.

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Die Bucht La Concha

Navarra war früher ein Königreich

Navarra ist eine sogenannt autonome Gemeinschaft, die ehemals das im frühen Mittelalter gegründete Königsreich Navarra umfasste und 1841 endgültig Spanien einverleibt wurde. Die Region im Norden Spaniens grenzt an Frankreich (Sascha: „Manchmal springt sogar das Mobilfunknetz über die Grenzen!“) und ist landschaftlich extrem abwechslungsreich. Im Norden prägen die Pyrenäen, grün und bergig, das Landschaftsbild. Im Süden dominieren die Bardenas Reales das Bild, eine fast wüstenartige Mondlandschaft mit Plateaus, Lehmhügeln, Schluchten und bizarren Felsformationen. In der Region Navarra leben rund 680.00 Menschen, etwa so viele wie in den Berliner Bezirken Pankow und Spandau. „Die Menschen sind stolz, traditionsbewusst und gleichzeitig überraschend modern“, sagt Sascha, „Familienleben wird hier sichtbar gelebt: Väter mit Babys in Tragetüchern sind genauso selbstverständlich wie das gemeinsame Genießen langer Abende auf den Straßen.“

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Impressionen unserer Reiseberater*innen

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Pamplona

Allein 210.000 der 6.800 Navarrer und Navarrerinnen beleben die Hauptstadt Pamplona. Vor genau 100 Jahren veröffentliche Ernest Hemingway den Roman „Fiesta“ und löste damit einen Ansturm von Gästen aus den USA aus. Der Schriftsteller verarbeitete in dem Werk seine Erlebnisse auf dem weltberühmten San-Fermín-Fest mit den Stierläufen. „Doch wer nur an Stierläufe denkt, verpasst das eigentliche Herz dieser Stadt“, warnt Sascha. Hier seine Schilderung: „Rund um die Plaza del Castillo entfaltet sich ein Lebensgefühl, das ansteckend ist. Sobald die Sonne untergeht, strömen Jung und Alt nach draußen, Bars füllen sich, Stimmen vermischen sich und Gläser klirren. Ein Glas Vino Tinto und ein frisch belegtes Bocadillo kosten oft weniger als vier Euro – und das im Jahr 2026.“  Pamplona ist nach seinen Worten „kein Ort für Eile, sondern für Genuss“. Denn „ein Streifzug durch die Pintxos-Bars gleicht einer kulinarischen Entdeckungsreise, bei der kleine, kunstvoll angerichtete Häppchen und regionale Weine den Takt vorgeben.“ Casco Antiguo de Pamplona, die Altstadt mit ihren engen Gassen, Bars, Geschäften und historischen Häusern ist mehr als nur einen Streifzug wert. Auch der Park in der großen sternförmigen Festungsanlage Ciudadela de Pamplona verlockt zum Schlendern. Beeindruckend sind die Kathedrale Santa María la Real mit ihrem gotischem Kreuzgang und die Murallas de Pamplona, sehr gut erhaltene Befestigungsanlagen, die immer wieder schöne Ausblicke erlauben.

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Das San Fermin- Fest in Pamplona

Eine Burg wie aus einem Fantasyfilm

Der Sitz der Könige von Navarra lag einst im charmanten Städtchen Olite, 40 Kilometer südlich von Pamplona. Mittelalterliche Mauern, enge Gassen und das beeindruckende Königsschloss verleihen dem Ort eine fast märchenhafte Atmosphäre. Der Palacio Real de Olite wirkt mit seinen Türmen, die bestiegen werden können, Zinnen und Innenhöfen auf manche Besucher wie eine Burg aus einem Fantasyfilm. Olite ist das Herz einer der spannendsten Weinregionen Spaniens, der Region D.O. Navarra, in der vornehmlich Rot- und Roséweine produziert werden. „Kleine, familiengeführte Bodegas prägen das Bild, und hier wird Wein nicht einfach produziert, sondern mit Leidenschaft gelebt“, betont Sascha, „Nachhaltigkeit und Qualität sind keine Trends, sondern gelebte Überzeugung, die sich in jedem Glas widerspiegelt.“

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Palacio Real de Olite

Ein wunderschönes Kleinod: Das Dorf Ochagavía

Wer die kulinarischen Genüsse ausgleichen möchte, findet in Navarra ideale Bedingungen für Spaziergänge und Wanderungen, die unvergessliche Naturerlebnisse bescheren. Rund um das kleine Dorf Ochagavía beginnt eine völlig andere Welt. Die Landschaft erinnert Sascha an Südtirol: „Grüne Täler, klare Luft und spektakuläre Ausblicke.“ Besonders beeindruckend ist der nahegelegene Irati-Wald, einer der größten zusammenhängenden Buchenwälder Europas. Auf einer Wanderung durch diese Region erlauben Aussichtspunkte den Blick auf die Pyrenäen – „ein perfekter Moment, um innezuhalten und bei einem einfachen Café con Leche die Stille und Weite zu genießen“.

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Ochagavía

Das Land des Olivenöls

Je weiter man Richtung Süden reist, desto drastischer verändert sich die Landschaft. Die grünen Berge weichen trockenen, fast wüstenartigen Szenerien, insbesondere in den beeindruckenden Bardenas Reales. Hier beginnt das Land des Olivenöls – und zwar eines der besten der Welt. Ein Besuch auf einer traditionellen Olivenplantage wie der Hacienda Queiles zeigt eindrucksvoll, wie viel Präzision und Leidenschaft in jeder Flasche steckt. „Vom Baum bis zur Abfüllung vergehen oft nur wenige Stunden, ein Qualitätsanspruch, den man deutlich schmeckt“, betont der Genießer Sascha. Wer den Tag stilvoll ausklingen lassen möchte, findet im Hotel-Restaurant Pago de Cirsus bei Ablitas einen Ort, der Sascha „fast an die großen Weinregionen Kaliforniens“ erinnert, „eine lange Auffahrt durch Weinberge, eine ruhige, elegante Atmosphäre und eine Küche, die regionale Produkte auf höchstem Niveau interpretiert, machen den Aufenthalt zu einem besonderen Erlebnis.“

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Blick auf die Bardenas Reales

Saschas Fazit:

„Navarra ist keine laute Destination“, betont Sascha, „es ist eine Region für Entdecker, Genießer und alle, die das echte Spanien suchen.“ Denn zwischen Bergen, Weinbergen und wüstenähnlichen Landschaften entfalte sich eine Vielfalt, „die überrascht und lange nachwirkt.“ Fazit des Reiseexperten: „Wer einmal hier war, versteht schnell: Navarra ist kein Geheimtipp – es ist ein Gefühl.“

Travel Saschas Video-Fazit

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Autor: Horst Schwartz